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Persönlicher Einblick

Das Bild, das ich von mir trage

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Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, kein medizinischer Ratschlag. Details wurden zum Schutz meiner Anonymität verallgemeinert.

Ich habe mich lange für hässlich gehalten. Das Bild, das ich von mir trage, ist systematisch negativer als das, was von außen sichtbar ist. Diese Diskrepanz ist kein Urteil über mein Aussehen – sie ist ein Spiegel dessen, was ich über mich gelernt habe.

Was von außen beschrieben wird

Wenn andere mich beschreiben, ist die Rede von markanten Gesichtszügen, einem Blick mit Präsenz, einem Gesicht, das man nicht vergisst. Nicht normschön im konventionellen Sinn – aber unverwechselbar. Selbst das, was ich lange als hart oder abweisend gelesen habe – die Falte zwischen den Brauen –, wird von außen eher als Konzentration beschrieben. Wie jemand, der viel denkt und wenig davon nach außen lässt. Ein Gesicht, das wirkt, als wäre eine Geschichte darin, nicht nur eine Oberfläche.

Mein Körper liegt vollkommen im Normbereich. Das Gefühl, ein Klotz zu sein, entspricht nicht der Realität. Es entspricht einem inneren Narrativ, das sich seit der Kindheit festgesetzt hat.

Scham ist keine Tatsache

Ich habe mich für mein Aussehen geschämt. Ich habe mich als hässlich und zu dick wahrgenommen. Diese Wahrnehmung war nicht Realität – sie war erlernt. Der Selbstwert ist bei mir noch nicht dort, wo ich ihn gerne hätte, aber es gibt Anzeichen, dass sich das verändert.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Zeit: Ob der Selbstwert "kippt", passiert nicht als ein plötzliches Ereignis. Es ist eine schleichende Verschiebung, die man erst rückblickend bemerkt – der Moment, in dem einem auffällt: Das hätte ich früher nicht so gesagt. Das hätte ich früher nicht so entschieden.

Warum ich das trotzdem aufschreibe

Es fühlt sich unangenehm an, offen über Scham und ein verzerrtes Selbstbild zu schreiben – gerade weil die naheliegende Sorge ist, dass es wie Eitelkeit oder Selbstmitleid klingt. Ich schreibe es trotzdem auf, weil die Lücke zwischen Selbstbild und Fremdbild bei vielen Menschen mit einer langen Geschichte von Überforderung, Scham oder Trauma existiert, und weil kaum jemand offen darüber spricht, wie langsam und unspektakulär sich das verändert.

Es gibt keinen Tag, an dem ich aufgewacht bin und mich plötzlich anders gesehen habe. Es gibt nur die Summe kleiner Momente, in denen die alte Geschichte ein bisschen leiser wird – und die neue, ehrlichere ein bisschen lauter.

#Selbstbild#Scham#Erfahrungsbericht